Spuren der Familie von dem Knesebeck

(zusammen getragen von Ingrid v. dem Knesebeck-Witthaus)
Die Familie bestand aus der schwarzen Linie mit dem Einhorn im Wappen und den uralten Rittergütern Langenapel und Wittingen und aus der weißen Linie mit der Greifenklaue im Wappen und den uralten Rittergütern Kolborn und Tylsen. 1644 wurden die beiden Wappen mit Genehmigung des Kaisers vereint und so entstand das 4-geteilte Wappen, wie Ihr es heute kennt.

Spur 1: Statuen und Büsten in Berlin

Im Jahre 1871 wurde das 2. deutsche Reich gegründet und Berlin die Reichshauptstadt. Der Kaiser wollte der Stadt mehr Glanz verleihen (Vorbilder waren London und Paris), darum ließ er die Siegesallee anlegen. Damals stand die Siegessäule näher am Brandenburger Tor und bildete den Eingang zur Siegesallee, in der die Geschichte Brandenburg/Preußens dargestellt wurde.

Wie Ihr auf dem alten Foto seht, wurde ein Halbrund aus weißem Marmor geschaffen, in dessen Mitte eine Statue des Kurfürsten, hier Johann Siegismud (1542-1629) stand und im Hintergrund die Büsten wichtiger Persönlichkeiten aus seiner Regierungszeit. Auf der rechten Seite stand die Büste von Thomas v.d.K. aus Tylsen (1559-1625), der Landeshauptmann der Altmark und Geheimrat war und die Reformation im Bistum Halberstadt einleitete.

Seine 3 Söhne unter Kurfürst Georg Wilhelm (1619-1649) bekleideten die 3 höchsten Regierungsämter im Kurfürstentum Brandenburg: Thomas (1594-1658) war Landeshauptmann der Altmark, geheimer Staatsrat und Direktor des Kammergerichtes in Berlin, Hempo (1595-1656) war Landeskriegskommissar, nach seinem Bruder Landeshauptmann der Altmark und Levin (1597-1638) war Mitglied des Grossen Brandenburgischen Geheimen Staatsrates.

Bedauerlicherweise wurden 1945 beim Kampf um Berlin alle Statuen und Büsten zerstört.

Spur 2: Wilhelmine v.d.K. und Friedrich der Große

Diese Spur ist noch in großen Bibliotheken zu finden. Diese Begebenheit kann nur in Berlin stattgefunden haben. Wilhelmine v.d.K. aus Karwe (1750-1802) war Hofdame bei der Königin Sophie Dorothea, der Mutter Friedrichs des Grossen. Bei einer Ausfahrt gingen ihr die Pferde durch und sie sprang beherzt aus der Kutsche. Das imponierte dem großen Friedrich so sehr, dass er ein langes Gedicht (Original in französisch) über Wilhelmines Mut verfasste. Später fertigte der Hofmaler Adolph von Menzel einen Stahlstich von dieser Szene an.

Spur 3: Der Garnisons- und Invalidenfriedhof in Berlin

Zu alten Familien gehören traditionsgemäß alte Gräber und Grabsteine. Der Garnison- und der Invalidenfriedhof sind in Berlin die bekanntesten. Auf ersterem haben wir die Grabstelle des Generalfeldmarschalls und Ehrenbürgers von Berlin Carl Friedrich v.d.K. aus Karwe (1768-1848) während des vorherigen Familientages angesehen.

Den Invalidenfriedhof habt Ihr auf dem Familientag 2001 kennen gelernt. Dort liegen Vorfahren unseres Vetters, Hubertus v.d.K. aus Langenapel.

Spur 4: Die Knesebeckstraßen und die Knesebeckbrücke in Berlin

In Berlin gibt es nicht nur eine sondern 3 Knesebeckstraßen und eine Knesebeckbrücke. Die Charlottenburger Knesebeckstraße, eine Querstrasse des Kurfürstendammes, in der der bekannte Komponist und Dirigent Richard Strauß viele Jahre wohnte und die Lichterfelder Knesebeckstraße sind nach dem Generalfeldmarschall Carl Friedrich v.d.K benannt. Für die Knesebeckstraße in Zehlendorf und die Knesebeckbrücke über den Teltowkanal war der Landrat Leo Wilhelm Robert v.d.K. aus Jühnsdorf (1808-1883) der Namensgeber. Er hatte sich sehr intensiv für den Bau des Kanals eingesetzt.

Spur 5: Löwenbruch und Theodor Fontane

Jühnsdorf und Löwenbruch brachte die 2. Ehefrau Magdalene Elisabeth v. der Gröben in die Ehe mit Wilhelm Leopold v.d.K. aus Karwe (1735-1803) ein.

In beiden Dörfern sind die Herrenhäuser erhalten und auf den Friedhöfen an den Kirchen gibt es viele Gräber der Knesebecks. Das Haus in Löwenbruch wurde von der Stadtverwaltung Ludwigsfelde erworben, es soll nicht mehr renoviert werden.

Ausführlicheres über Löwenbruch könnt Ihr in Fontanes ,,Wanderungen durch die Mark Brandenburg" im Kapitel ,,Links der Spree" erfahren.

Spur 6: Haus im Wall in Karwe

Nordwestlich von Berlin liegt das ehemalige Rittergut Karwe mit dem Vorwerk Wall. Karwe hatte der ,,lange Kerl" Carl Cristopf Johann v.d.K. (*1672) aus Wittingen auf königlichen Befehlt erheiratet. Darüber hat Fontane ebenfalls in seinen ,,Wanderungen durch die Mark Brandenburg" im Kapitel ,,die Grafschaft Ruppin" berichtet. Er hat Karwe 1890 besucht. Das ehemals wunderschöne Herrenhaus wurde während der DDR-Zeit durch Abtragen der Dachziegel dem Verfall preisgegeben und später abgerissen. Das Haus im Wall hat die Gemeinde sehr schön restauriert und nutzt es. Wir haben es auf dem Familientag 1993 besichtigt.

Spur 7: Heimatmuseum der Stadt Neuruppin

Im Heimatmuseum der Stadt Neuruppin hängt ein großes Gemälde des Generalfeldmarschalls Carl Friedrich v.d.K. 1993 konnten wir es bei der Stadt- und Museumsführung einmal ansehen.

Spur 8:Schloß Rheinsberg bei Neuruppin

Nördlich von Neuruppin liegt das Schloss Rheinsberg. Dort hängt ein Gemälde von Carl Franz Paridam Kraft v.d.K. aus Tylsen (1748-1828). Er gehörte zum Freundeskreis des Prinzen Heinrich, dem damaligen Besitzer von Rheinsberg, einem Bruder Friedrich II. Dieser Carl war der letzte männliche Besitzer des Rittergutes Tylsen. Seine Schwester Sophie Henriette heiratet ihren Vetter Friedrich Wilhelm Leopold v.d.K. aus Karwe (1735-1803) unter Mitnahme des Titels Freifrau von Milendonck und des Rittergutes Tylsen, das somit der Familie erhalten blieb und nur von der weißen (Tylsen) zur schwarzen (Karwe) Linie wechselte.

Spur 9: Die Dorfkirche in Bochin

Südlich von Ludwigslust, nahe Lenzen/Elbe liegt das Dorf Bochin. Der Landeshauptmann der Grafschaft Ruppin Ludolf v.d.K. aus Wittingen (1570-1616) erwarb das Gut, das von 1625-1739 unserer Familie gehörte. In der Kirche stehen 2 große Leuchter, in die unser Name eingraviert ist. Eine Heimatforscherin schreibt eine Chronik über Bochin, die sie uns zur Verfügung stellen wird.

Spur 10: Der Backsteindom in Ratzeburg

Zum Schluss wollen wir einen der ältesten spätromanischen Backsteindome in Ratzeburg besuchen. Heinrich der Löwe ließ ihn ab 1154 erbauen. 1431 wählte das Domkapitel gegen den Willen des Papstes Eugen IV. Paridam v.d.K. aus Wittingen zum Bischof. Erst nach einem 6-monatigen Romaufenthalt bekam er die päpstliche Bestätigung mit der entsprechenden Belehnung zum Fürstbischof. Paridam stiftete den Taufstein, der sein Einhornwappen trägt. Sein Epitaph, das ihn mit je einem Wappen in den 4 Ecken im vollen Ornat zeigt, ist neben dem Altarraum in die Wand gemauert. Sein bischöfliches Siegel ist mit denen der anderen Bischöfe im Vorraum ausgestellt.